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Christchurch – Beginn meiner Reise

Aufenthalt: Christchurch
Dauer: 5 Tage (am 5ten Vormittags abgereist)

Eine Reise ans andere Ende der Welt zu starten hatte ich mir einfacher vorgestellt. Oftmals denkt man nicht an die vielen Gedanken und Emotionen die einen bei der Reise begleitet. Mit einem Freund oder einen Teil der Familie zu verreisen ist eine völlig andere Geschichte, denn man hat ein Stück Sicherheit. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden. Ich wollte diese Reise für mich machen. Neuseeland erleben so wie ich es möchte und nicht an Andere gebunden sein. Ich wollte mir diese Freiheit nicht eingrenzen lassen.
Die Nachtteile daran – die Gedanken und Emotionen kann keiner mit seiner Anwesenheit bremsen. Man muss sich ihnen stellen und damit klar kommen.

Ich bin froh, dass mich meine Vermieterin in Christchurch am Flughafen abgeholt hat. Nach der Kofferaktion wäre eine Bussuche das Wenigste gewesen, was ich hätte machen wollen. Li war eine sehr zuvorkommende Vermieterin. Gebucht hatte ich die Unterkunft bei ihr über Airbnb. Wir fuhren vom Flughafen erst einmal einkaufen, denn ich brauchte für die Tage noch ein paar Lebensmittel. Wirklich viel hatte ich im Endeffekt nicht gekauft. Wer zum ersten Mal die Preise in Supermärkten und co. sieht erschreckt sich. Als Norddeutsche bin ich solche Preise nicht gewohnt. Der erste Moment wo mir klar wurde, dass Neuseeland scheinbar doch teurer wird als geplant.

Eine Simkarte für mein Handy hätte ich ebenfalls gerne schon in Christchurch gekauft. Leider ging es zu dem Zeitpunkt noch nicht, denn mein Handy hatte noch ein Simlock von Vodafone. Achtet also darauf, dass eurer Handy mit allen Karten funktioniert. Es ist sinnvoll sich vor Ort eine neue SIM-Karte zu kaufen. Erst recht wenn ihr in Neuseeland arbeiten möchtet.

Nach unserer kurzen Shoppingtour ging es nach „Hause“. Es ist komisch, wenn man weiß, dass man für die nächsten Monate kein richtiges Zuhause haben wird.
Li’s Zuhause ist in den Cashmere Hills. Der Ausblick aus ihrem Haus ins Tal ist super schön. Mein Zimmer hatte seinen eigenen Balkon, so dass ich im Bett liegen und auf die Stadt schauen konnte – dieser Ausblick lohnt sich!  Zudem ist ihre Gegend sehr ruhig. Ein eigenes Bad lag direkt neben meinem Zimmer. Ich konnte mich frei im Haus bewegen und durfte die Küche nutzen wie ich wollte. Sobald ich aber im Bett lag, fielen mir die Augen zu. Nach dieser strapazierenden Reise wollte ich einfach nur noch schlafen.

Backpack Fjällräven endlich einen Tag später angekommen in Christchurch Frühstück in Christchurch

Ich bin jede Nacht in Christchurch aufgewacht, da mein Körper sich noch nicht an die neuen Zeiten gewöhnt hatte. Nach der ersten Nacht ging es mir aber schon um einiges besser. Also den Tag nutzen und raus in die Natur. Morgens wollte die graue Wolkendecke sich nicht lösen. Ich hatte mich gedanklich schon mit einem langweiligen Tag auseinandergesetzt. Nachdem mein Koffer gebracht wurde, schlichen sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und erwärmten mein Zimmer. Zeit um sich für einen Wandertag fertig zu machen.

Gräser im Viktoria Park Christchurch Blumen in Christchurch Natur in Christchurch

Der erste Teil meiner Strecke war mir eindeutig zu steil. Während die Sonne nun auf meiner Haut brannte und ich mich eindeutig zu warm angezogen hatte, kämpfte ich mich den Berg hoch. So steil wirkte er beim hochfahren mit dem Auto gar nicht. Die Natur erwachte bei der Berührung der Sonne zu neuem Leben. Schmetterlinge flogen herum, Vögel hüpften von Baum zu Baum und ein paar gemeine Mücken wollten ihren Durst an mir stillen. Im Viktoria Park angekommen, hatte ich keinen genauen Plan welchem Weg ich folgen wollte. Ich entschied mich einfach spontan zu entscheiden. Gerne wäre ich bis zur anderen Seite gewandert, aber der Weg wäre viel zu weit gewesen. Mir begegnete kaum ein Wanderer. Ich war mit der Natur hier oben im Park alleine und konnte mich ganz meinen Gedanken widmen.

Tannenzapfen im Wald meine Füße und der Waldboden mit Steinen und Tannenzapfen Nahaufnahme Baumrinde

Ich dachte, wenn ich in Neuseeland ankomme werde ich sofort auf Tour sein und keinen Gedanken an Zuhause verschwenden. So ist es aber nicht. Mir wurde erst in Christchurch bewusst wie lange ich fort bin. Man darf nur nicht den Fehler machen und daran denken, was man „verpassen“ könnte und wird. Im Grunde verpassen man nichts. Man entscheidet sich für einen anderen Weg als den, den man hätte gehen können. Wäre ich nicht in Neuseeland, hätte ich diese Dinge vor Ort verpasst. Daher ist es im Grunde egal, welche Entscheidung man fällt, man sollte abwägen, was einem wichtiger ist. Man wird immer das verpassen, was die anderen Entscheidung enthalten hätte.
Schattenspiel im Wald Bäume im Christchurcher Park Gräser, Sonne und Schatten. Ein Wanderweg im Hintergrund

Ich fühlte mich im Park wohl und frei. Der Duft der Bäume war so erfrischend und wohltuend. Die Sonne ist eine Wohltat für das eigene Gemüt und man lernt ein wenig wieder die Momente zu genießen. Im Alltag vergisst man so schnell die Kleinigkeiten. Einfach mal im Wald stehen und alle Eindrücke aufsaugen. Wann nimmt man sich schon einmal die Zeit dafür? Es ist meistens viel zu hektisch und der Terminkalender viel zu voll.

Panoramaaufnahme mit der Aussicht auf ChristchurchPanoramaaufnahme mit Blick auf die Stadt

Im Park auf dem Berg zu stehen und ins Tal zu schauen macht einen erst wieder bewusst, wie klein man ist und wie wenig man oft von der Welt um einen herum sieht. Man ist so  beschränkt in seiner Welt, dass man oft vergisst über den Tellerrand zu schauen. Die Wunderländer der Welt liegen nicht immer erst am anderen Ende der Welt.

Blick auf Christchurch, Bäume im Vordergrund Aussicht Viktoria Park View auf Christchurch

Der Viktoria Park in Christchurch ist nicht so spektakulär, wie ich mir meine erste Zeit in Neuseeland erhofft habe. Trotzdem war es schön dort zu sein. Es war ein ruhiger Start in die Zeit, die ich hier verbringen werde. Auf meinem Rückweg verlief ich mich leider kurzzeitig und musst mich wieder den Berg hochschleppen. Dieses Mal war es ein wenig unangenehm, denn meine Füßen begannen zu schmerzen.

Wald im Viktoria Park Viktoria Park Wanderweg Treppe im Viktoria Park

Auf den richtigen Weg gekommen, lief ich zurück und gönnte mir eine schöne erfrischende Dusche, bevor ich ins Bett fiel. Zum Abendbrot gab es lediglich eine Instant Nudelsuppe.

Kilson Terrace Straße runter Christchurch Blick auf die Stadt  Hauptstraße in die Stadt rein
typische Straßenbahn in Christchurch Containerstadt Christchurch Container in der Stadt Christchurch

Am nächsten Tag ging es in die Stadt. Um mein Budget zu schonen lief ich in die Stadt. An sich kein Problem, denn es ging bergab.. Ich musste allerdings 1 Stunde laufen, bevor ich überhaupt erkannte, dass ich in einer Stadt war. Christchurch ist leider durch das Erdbeben stark beschädigt worden. Überall stehen noch Container oder Stützen an den Häusern. Viele Grundstücke sind noch leer oder man sieht die Überreste der Häuser. Trotzdem gibt sich Christchurch alle Mühe ihre Stadt wieder aufzubauen. Eine große Innenstadt gibt es nicht und so fiel für mich Shopping weg.

Kirche in Christchurch Christchurch Innenstadt Christchurch park

Verzaubert hat mich der Botanische Garten und der Rosengarten. Man fühlt sich wie eine Prinzessin, wenn man im Rosengarten steht und die Rosenbögen sich über einen erstrecken. Die Rosen blühen in allen Farben und ihr Geruch schwebt durch die Luft. Das Gewächshaus neben dem Rosengarten müsst ihr euch ebenfalls unbedingt ansehen. Die vielen unterschiedlichen Pflanzenarten blühen in aller Pracht. Der Duft ist einzigartig und es ist angenehm warm. Ein kleiner künstlicher Bach plätschert zwischen den Pflanzen und lädt zum Entspannen ein. Wer ein bisschen Ruhe braucht, kann sich im Gewächshaus für ein paar Minuten nieder lassen.
Rosenbogen im Park Rosengarten Christchurch Rosengarten und Tropenhaus  bunte Blumen im Gewächshaus Gewächshaus im Christchurcher Park Botanischer Garten
Gewächshaus in Christchurch Sitzmöglichkeit im Botanischen Garten  Ich im Gewächshaus im Botanischen Garten von Christchurch
Der Park ist vom Erdbeben soweit unversehrt. Wer sich für Kultur und Geschichte interessiert sollte das Canterbury Museum besuchen. Der Besuch ist kostenlos. Mir gefielen die Ausstellungen und man erfährt ein wenig mehr über die Maori Kultur und Neuseelands Tierwelt. Zudem hatte Air New Zealand eine Ausstellung.

Canterbury Museum von außen  Christchurch Museum Innen Air New Zealand Flugzeug mit Smaug Bemalung

Ein wichtiger Tipp: Solltet ihr zum Strand wollen, so wie ich es wollte, fahrt mit dem Bus!!!

Der Weg zum Strand durch die Dünen Dünen Dünen New BrightonNew Brighton Weg zum Strand Dünen Gräser Treppe in den Dünen

Ich bin vom Museum Richtung New Brighton gelaufen. Einmal und nie wieder. Auf halber Strecke hätte ich aufgeben sollen, aber dafür bin ich dann zu stolz. Ich musste einmal umdrehen, da die Straße gesperrt war, die ich gehen wollte. Musste dafür an einer vielbefahrenden Straße entlang laufen – ich hab tatsächlich gebetet.  Ein Wunder, dass es überhaupt erlaubt ist dort zu laufen.

Wellen am Strand Möwe am strand Surfer am Strand

Panoramabild vom Strand New Brighton

Endlich am Ziel spürte ich meine Füße, hatte einen Tiefpunkt und es war bereits sehr spät. Geplant war es eigentlich am Strand zu bloggen. Leider musste ich diesen Plan stornieren. Es blieb nur Zeit für einen Spaziergang zum Pier. Als Küstenmensch bekomm ich, wenn ich am Wasser bin, immer ein Gefühl von Heimat und Glück. Egal in welchem Land ich unterwegs bin. Die Küsten gefallen mir immer ein Stück mehr als das Innland. Früher habe ich immer gedacht, ich will in die Stadt. Mittlerweile weiß ich, dass ich nur dort leben könnte, wo Wasser ist. Meer, See oder ein schöner Fluss. Hauptsache ein Ufer oder eine Küste.

Pier New Brighton Pier in New Brighton Treibholz am Strand

Das Rauschen des Wassers und der Geruch von Meer ist das Erste, was man hört und riecht. Eine Erleichterung durchströmte mich endlich angekommen zu sein. Der Sand knirschte unter meinen Schuhen und die langen Gräser der Dünen strichen mir ums Bein. Der Wind wehte mir meine Haare kreuz und quer, aber es interessierte mich nicht. Ich war glücklich endlich da zu sein und es war der beste Ort an diesem Tag. Keine Menschenseele an diesem Teil des Strandes. Nur die unendliche Weite des Meeres vor mir. Bewölkter Himmel, Wind und Meer. Heimat.

Je näher ich dem Pier kam, umso mehr Menschen begegneten mir. Es wurde gesurft und mit Hunden gespielt. Trotz der späten Stunde waren sie alle noch voller Leben und Spaß.

Ich wollte in den nächsten Bus und endlich ankommen um zu schlafen. 28 Kilometer waren es letzen Endes, die ich an diesem Tag lief.

Chillen im Bett

Der vorerst letzte Tag in Christchurch bestand nur aus schlafen, essen und aus dem Fenster sehen. Ich habe mir nicht einmal Zeit genommen für Gedanken oder Pläne in Neuseeland. Einfach nichts tun und Energie tanken.

Christchurch bei Nacht

Meine Abreise & wohin es ging erzähle ich euch im nächsten Blogpost.

Cheers.

3 Comments

  1. Bewegt und neugierig verfolgen wir deine Schritte in Neuseeland. Es ist spannend, weil dieses Land so weit entfernt ist und anderseits in vielen Dingen auch ganz normal und vertraut. Wir freuen uns schon auf die nächsten Berichte.
    Katy & Effi

  2. Steffi Steffi

    Hammer Bilder 😍 und super spannend geschrieben. Weiter so 👍 Freu mich schon auf deinen nächsten Bericht 😊
    LG aus Ostfriesland

  3. Julia Julia

    So viele schöne Bilder 🙂 Davon bitte mehr! Liebe Grüße <3

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