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Island – Rundreise Teil 1

Reisedauer:            8 Tage
Rundreise:              Keflavík – Golden Circle – Vík – Hornafjördur – Egilsstadir – Akureyri – Borganes –
                                 Reykjavik (Ringstraße – Gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel)
Flüge:                       Airberlin.com
Buchungsseiten:    Booking.com
Mietwagen:             arctic.is

Island – ein Land mit mehr Tieren als Einwohnern. Atemberaubende Natur. Entspannung pur und eine Freiheit die ich bisher noch in keinem Land so gefühlt habe wir hier. Wer endlich einmal Abschalten möchte sollte sich möglichst schnell ein Ticket nach Island buchen.

Für mich war diese Tour als Küstenmädchen der absolute Wahnsinn. Ja es war nicht ohne jeden Tag mehrere 100 Kilometer mit dem Auto zu fahren. ABER – dieses fantastische Land gibt dir so viel zurück, dass man jeden Kilometer gerne fährt. Wenn man nicht die Uhr im Nacken hätte, würde man wohl gefühlt alle 5 Minuten stehen bleiben, um die Natur zu genießen und zu fotografieren. Einfach die Momente leben. Die Erde unter den Füßen spüren, die Luft tief einatmen, das Gesicht der Sonne entgegen strecken oder von sanften Schneeflocken berieseln lassen. Selbst den Regen auf der Haut zu spüren und zu schmecken hat in Island etwas magisches. Vielleicht ist man in einem so fesselnden Land bereit sich auf die Kleinigkeiten des Lebens einzulassen.

Island ist für mich ein Land welches Jeder einmal in seinem Leben besucht haben sollte. Okay, für alle die auf Strandurlaub und unendliche Shoppingtouren stehen, ihr seid hier wohl doch fehl am Platz. Oder doch nicht? Wäre ein totales Kontrastprogramm nicht vielleicht genau die Spannung die ihr im Urlaub einmal braucht?

Dieses Mal ging ich mit meiner guten Freundin Inge auf reisen. Ein wenig Überzeugungskraft musste ich schon aufwenden, um sie für diese Reise zu begeistern. Inge – ich bin mir sehr sicher du bereust keine Sekunde mitgekommen zu sein.

Eine Rundreise durch Island in 8 Tagen wurde geplant. Die Ringstraße sollte laut Recherche im Winter immer geräumt sein. Warum dann nicht einmal um die Insel in 8 Tagen? JA – wir haben es tatsächlich geschafft ohne Stress und ohne ständig nur durchzufahren. Oft habe ich gelesen es wäre nicht machbar oder zu stressig. Nein, es kommt auf euch an. Lasst ihr euch stressen und wie lange wollt ihr am Tag Auto fahren? Feste Unterkünfte oder doch spontan entscheiden? Zelten oder Hotel,Hostel oder private Unterkunft? Ihr müsst natürlich noch die Jahreszeit beachten und die Wetterlage jeden Tag checken. Es kann passieren, dass Straßen gesperrt werden oder das Wetter so schlecht ist, dass fahren ein großes Risiko birgt. Wir hatten Glück. Das Wetter wurde hinter uns immer schlechter aber vor uns strahlte uns die Sonne an. Ab und an gab es Schnee, Schneeverwehung, Eisglätte und Nebel. ES WAR DER HAMMER.
Wir fuhren am Sonntag nachmittag zusammen nach Düsseldorf. Ein Direktflug mit Airberlin brachte uns nach Keflavik. Ich persönlich fliege gerne mit Airberlin, da der Service sowohl an Bord als auch am Flughafen bisher immer top war.
Gestartet sind wir um 20.55 Uhr deutscher Zeit. Leider muss ich sagen, dass in Keflavik eine ganze Stunde verging bevor wir endlich unser Gepäck bekamen. Also ein Tipp an euch: Plant genug Zeit am Flughafen ein. 

Am Flughafen wurden wir bereits erwartet. Unser Mietwagen stand für uns bereit. Gebucht hatten wir unseren tollen und sehr zuverlässigen Mietwagen bei arctic.is . Dort würde ich den nächsten Mietwagen wieder buchen. Es gab keinerlei Probleme und die Abgabe war super einfach. Wir wurden direkt in der Ankunftshalle sehr nett begrüßt. Meiner Meinung nicht selbstverständlich, denn der nette Mitarbeiter musste schon sehr lange auf uns gewartet haben. Im Auto wurde uns alles kurz erklärt. Die Papiere durchgegangen. Vertrag unterschrieben und dann durften wir direkt los. Fliegt nicht so spät wie wir und müsst dann noch zum Hotel fahren. Ich war total müde und richtig glücklich, als ich endlich im Bett lag.

Ein Tipp zum Tanken in Island. Besorgt euch gleich bei Beginn der Reise eine Discountkarte von Olis. Olis ist einer der Tankstellenanbieter in Island. Mit der Karte bekommt ihr bei jedem Liter den ihr Tankt 3 ISK Rabatt. Im Restaurant bekommt ihr 10% Rabatt. Es lohnt sich und spart euch wichtiges Geld. In der Broschüre, die ihr mit der Karte bekommt, wird sehr gut erklärt wie ihr die Karte nützen könnt. 

  
Unser erstes Hotel, das Bed and Breakfast Keflavik Airport, lag keine 20 Minuten vom Flughafen entfernt. Unser Doppelzimmer mit getrennten Betten war sauber und groß. Ebenso unser privates Badezimmer. Frühstück gab es am nächsten Morgen inklusive. Ausreichend Auswahl und ordentliche Präsentation. Mein Highlight waren die frisch gebackenen Waffeln.
Früh morgens sollte es richtig losgehen. Ein neues aufregendes Wunderland entdecken.
Bevor wir in die Einsamkeit abtauchen, erst einmal die Touristenstrecke abfahren. Ich würde auf jeden Fall wieder mit dem Golden Circle anfangen. Ihr werdet danach nie wieder so viele Menschen um euch haben und könnt euch endlich erholen. Zudem finde ich, dass Island viel schönere Ecken hat und der Golden Circle nicht mein Highlight der Reise war.

3 Stopps waren im Golden Circle geplant:
1. Nationalpark Þingvellir + Þingvallavatn See
2. Strokkur
3. Gullfoss

Es ist kaum möglich in Island nicht ständig stehenbleiben zu wollen. Sobald wir durch Reykjavik hindurch fuhren und die ersten Weiten sich in ihrer Pracht präsentierten, nahm ich fast jeden Schottenparkplatz um kurz zu halten. Ihr dürft auf gar keinen Fall einfach rechts ranfahren. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher ob es verboten ist, aber da die Straße meistens höher ist als die Felder würdet ihr womöglich euern Mietwagen beschädigen. Oftmals könnt ihr aber auch auf der Straße halten, da in Island nicht wirklich viel Verkehr ist. Ansonsten sind sehr viele Haltestellen vorhanden.


      
Nationalpark Þingvellir + Þingvallavatn See

Der Stop beim Nationalpark war für uns ein eher sanfter Start für unsere fantastische Tour. Der Parkplatz ist groß und nicht zu übersehen. Durch eine Plattform hat man einen wirklich schönen Übersicht über den See und den Nationalpark. Aufgrund unseres straffen Zeitplans war es nicht machbar im Nationalpark lange zu wandern. Ich denke, dann ist er auf jeden Fall spannender. Nun waren wir keine 20 Minuten vor Ort. Als Küstenmädchen sind Seen auch lange nicht so ergreifend wie das offene Meer. Ihr wisst sicher was ich meine – die frische Brise, das Rauschen der Wellen, die rauen Felsen an der Küste…


Stromkur Geysir

Beim Geysir hielten wir uns eindeutig länger auf, weil wir unbedingt ein tolles Bild vom ausbrechenden Geysir bekommen wollten. Es war allerdings so kalt und windig, dass wir lieber in einer heißen Quelle gebadet hätten. Die vielen Menschen beeinträchtigen immer ein wenig meine Begeisterung für solche Naturschauspiele. Trotzdessin finde ich sollte man einen Geysir mindestens in Island besuchen. Vorsicht: sie sind extrem heiß und sie riechen nicht unbedingt angenehm. Parken ist kein Problem. Wer hunger hat kann vor Ort essen oder sich ein Souvenir kaufen.
  
  

Gullfoss

Wenn ihr wie wir den Gullfoss Wasserfall im Winter besucht solltet ihr euch unbedingt so warm anziehen wie ihr könnt. Wasserfeste Kleidung wäre sowohl für den Winter als auch im Sommer wichtig. Im Sommer und Frühjahr könnt ihr viel näher an den  Wasserfall heran kommen. Ich bin mir sicher, dass er dann auch wesentlich beeindruckender ist. Vom Parkplatz muss man ein Stück laufen.

leises dumpfes Plätschern wird zu ohrenbetäubenden Rauschen. Die Wassermassen die beim Gullfoss in die tiefe Stürzen sind sehr imposant. Selbst auf der Plattform oberhalb des Wasserfalls bekommt man noch den leichten Wassernebel auf der Haut zu spüren. Es war sehr windig, sodass wir aufpassen mussten das unsere Mützen nicht mit Islands Winden davon getragen wurden. Einmalig finde ich den langen Bruch zwischen den Erdplatten. Eine Schlucht mitten im Nirgendwo mit einem solch eindrucksvollen Wasserfall und Fluss. Allerdings war er meiner Empfindung nach nicht der schönste Wasserfall.

Nachdem wir ziemlich durchgefroren waren zogen wir uns in unser Mietauto zurück. Jimmy. Er war ein tolles Auto. Hat uns nie im Stich gelassen. Ausreichend Platz und er lies sich super fahren. Allrad ist im Winter und bei dem Übergang von Winter zu Frühling empfehlenswert. Es kam immer wieder vor, dass die Straßenverhältnisse sich Blitzschnell geändert haben. Jimmy meisterte dies aber problemlos.

Vom Golden Circle führte uns unser Weg weiter nach Vík. Doch bevor wir dort ankommen sollten wollten wir noch zwei weitere wundervolle Wasserfälle sehen. Ja es war eindeutig unser Wasserfalltag. Island bietet so viele spektakuläre Fleckchen Erde, dass ihr euch bei einem kurzen Besuch einen groben Plan machen solltet. Ehrlich gesagt bekomme ich bei all den Erinnerungen an dieses außergewöhnliche Land Gänsehaut und ein Gefühl des Fernwehs.

Der erste Sehenswerte und großartige Halt war beim Seljalandsfoss. Das besondere und einladende an diesem Wasserfall ist nicht nur seine Schönheit, sondern vor allem die Möglichkeit hinter dem Wasserfall laufen zu können. Wenn der Schnee im Frühjahr schmilzt zeigt sich die umliegende Natur in tollen Erdtönen. Nun bedeckte alles eine einheitliche weiße Masse. Das Geräusch von den eigenen Fußabdrücken im Schnee – dieses leichte Knirschen – ich bin ein kleiner Fan davon. Es erinnert mich immer an die Momente, wenn man als Kind endlich die Stiefel angezogen hat und in den Schnee rausrennt.
Durch den Schnee stampften wir zum Wasser. Eine kleine vereiste Leiter neben dem Wasserfall führt zum matschigen Weg hinter dem Wasserfall. Ihr müsst leider einen Teil über Steine „klettern“ Seid unbedingt vorsichtig. Obwohl ich ein Tollpatsch bin habe ich das kleine Abendteuer heil überstanden. Ihr schafft es also auch.
         
Klitschnass, erfroren aber glücklich standen wir hinter dem rauschenden Wasser. Schon komisch, dass ein Wasserfall so mitreißend sein kann. Ich wäre sehr gerne länger geblieben, aber wenn deine Haaren bereits anfangen zu Eis zu werden und dein Gesicht unbeweglich wird, solltest du ins Auto und dringend die Heizung anmachen.


Ein letzter grandioser Stop war der Skaftafell Wasserfall. Es lohnt sich die vielen Stufen der Treppe zu erklimmen. Es ist anstrengend, aber ihr habt einen tollen Blick über die Weiten drumherum. Bei uns zog sich eine Nebelbank immer mehr zu, sodass wir nur einen kleinen Teil der Welt um uns sehen konnten. Oben angekommen ist eine Plattform aus Gitterplatten. Ich habe wirklich kein Problem mit Höhen aber da wurde mein Kreislauf ein wenig schlapp.


Dieser Wasserfall ist größer als der Seljalandsfoss – kleiner allerdings als Gullfoss. Trotzalledem finde ich ihn mit am Schönsten. Wirklich gefesselt hat mich der Moment am Fuß des Wasserfalls. Man wird wie immer sehr nass, aber dadurch dass er ein wenig vom Gebirge geschützt wird, ist es wenigstens recht windstill. Es waren auch kaum Touristen vor Ort. Ebenfalls ein Vorteil. Ihr könnt in Ruhe fotografieren, die Natur genießen und solange an einem Punkt stehen wie ihr möchtet. Kennt ihr den Moment, wenn ihr grade versunken in Gedanken etwas betrachtet und dann kommen Menschen und möchten ein Bild machen ? Lieber sich Zeit nehmen, den Eindruck und die Erinnerung sammeln und festhalten.
     
Es wurde langsam spät und so drängte uns die Zeit zum Aufbruch. Unsere Unterkunft Kósy Vík war unser Endziel für diesen doch sehr langen Tag. Da Vík sehr klein ist, konnten wir unsere Unterkunft schnell finden. Vorher mussten wir einen Berg mit Blitzeis und Schneeverwehung überwinden. Die Vermieterin war eine sehr liebe Isländerin. Wir bekamen von ihr unser Zimmer mit privatem Bad gezeigt. Zudem wies sie uns wo sie am nächsten morgen unser Frühstück aufbewahren würde. Danach bekamen wir ganz tolle Insidertipps. Ein paar davon haben wir in die Tat umgesetzt. Dazu aber in Teil 2 der Islandrundreise mehr.

Wir hatten den ganzen Tag nur Energieriegel gegessen daher brauchten wir noch etwas warmes. Leider war in den zwei Restaurants kein freier Platz mehr. Solltet ihr aber das Glück haben geht in eins. Beide sahen total gemütlich aus und das Essen sah auch sehr lecker aus. Für uns gab es auch am Abend nur einen Müsliriegel. Dafür war das Frühstück am nächsten Morgen sehr lecker. Wir fanden im Kühlschrank im Flur unser Frühstückskörbchen. Es gab Brot, Aufschnitt, Marmelade, Joghurt, Obst, Ei und Getränke. Tee und Kaffee konnten wir uns im Zimmer machen.

Am Abend bevor der Tag sich dem Ende zu neigte, sahen wir uns noch den schwarzen Strand an. Der schwarze Sand stand im harten Kontrast zum jungfräulichem weißen Schnee. Die grauen Wellen schlugen wild und rau an die Küste. Ein gelungener Abschluss für diesen Tag und den Beginn dieser Reise.

Erfahrt wie die Reise durch Island weiter geht in Teil 2.

2 Comments

  1. Claudia Claudia

    Hallo…
    ich bin echt begeistert von deinen Reisen und deinen Tollen Fotos…
    du hast einen echt tollen Blog…
    freue mich auf neue Fotos und Berichte von deiner Neuseeland Reise 😄

    Wünsche dir viel Spaß
    Liebe Grüße
    Claudia 😚

  2. Anonymous Anonymous

    Siggs
    Dein Reisebericht liest sich sehr spannend. Man bekommt das Gefühl es auch erleben zu müssen. Auch die Fotos sind super.

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