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Tagestour über die Catlins zum Monkey Island Road Reserve

Route: Von Dunedin über die Catlins, Invercargill zum Monkey Island Road Reserve.
Kilometer: ca. 310 Km
Campingplatz: Monkey Island Road Reserve(kostenlos)

Die Catlins sind im Südosten der Südinsel von Neuseeland. Sie sind bekannt und daher wollte ich sie auf meinem Weg nach Invercargill gerne sehen. Es handelt sich dabei nicht um einen Ort sondern um ein Gebiet in dem man einiges unternehmen kann.  Als Beispiel: Slope Point – der südlichste Punkt Neuseelands oder den Nugget Point Leuchtturm.

Viele empfehlen zu besonderen Zeiten wie Sonnenaufgang oder Untergang beim Nugget Point Leuchtturm zu sein. Ich wollte ebenfalls diesen besonderen Moment wenn die Sonne aufgeht, vor Ort erleben. Ich stellte daher meinen Wecker so ein, dass ich bei der ersten morgendlichen Dämmerung geweckt werde. Im Halbdunkeln musste ich sehr vorsichtig beim ausparken sein. Nervenaufreibend, wenn man noch nicht richtig wach ist.

Zeit für ein Frühstück konnte ich mir nicht nehmen, denn die Sonne würde nicht auf mich warten. Es war leer auf den Straßen und ich musste mich erst zurechtfinden. Der Campingplatz liegt nicht direkt an der Hauptstraße, sodass man erst zum Highway 1 finden muss. Ohne Navigation im Halbdunkeln gar nicht so einfach.

Konzentriert nahm ich die schmale und kurvige Straße und atmete erleichtert aus, als ich endlich beim Highway ankam. Der Himmel wurde langsam heller, aber zu sehen war nur eine graue Wolkendecke. Ich musste mich beeilen, denn ich hatte noch 100 Kilometer vor mir und ich wusste nicht wie gut die Straße zum Leuchtturm ausgebaut war. Eine Schotterstraße benötigt wesentlich mehr Zeit als eine Teerstraße.

Je näher ich der Küste kam umso schlechter wurde das Wetter. Leider würde ich den Sonnenaufgang nicht schaffen, denn mittlerweile war es hell. Regenwolken hingen tief am Himmel, Windböen zerrten an der Autotür, beim Versuch auszusteigen, das Meer war unruhig und die Wellen schlugen an die Küste.

Auto auf dem Weg zum Leuchtturm Südinsel Neuseeland Der Weg zum Leuchtturm Nugget Point Catlins Südinsel Neuseeland

Vereinzelt spülte das Wasser Gestein auf die Straße und Äste versperrten den Weg. Die Wolken bildeten ein tolles Muster am Himmel und die verschiedenen Grautöne erzeugten ein Gemälde. Es fiel mir schwer nicht alle paar Meter zu halten und die Landschaft zu fotografieren. Egal wie rau das Wetter war, für mich war es perfekt auf seine Art und Weise.

Warnhinweis Südinsel Catlins Der Weg zum Nugget Point

Die Straße war sehr gut ausgebaut und ein fast leerer Parkplatz empfing mich beim Leuchtturm. Zum Leuchtturm direkt kann man nicht fahren, aber der Weg zu ihm ist nur kurz. Ich hielt verkrampft die Tür fest, als ein starker Wind an ihr zog. Ich schloss eilig meine Regenjacke und wickelte meinen dicken Schal um mich. Ohne Stirnband und Kaputze wollte ich ebenfalls nicht los. Warm eingekuschelt in meine Kleidung lief ich los.

Nugget Point Südinsel Catlins

Ich genoss den Anblick der sich mir bot. Der Weg führt direkt am Abgrund entlang. Ein falscher Schritt und man verschwindet in dem tiefen Blau des Meeres. Ich Wickel die Arme um mich um meinen Körper noch mehr zu wärmen. Nun wo mich kein Busch oder Baum mehr vor dem Wind schützen kann ist es wirklich sehr kalt und ungemütlich.

Ich biege um die Kurven und kann endlich den Leuchtturm sehen. Ein schmaler Weg umrundet von Zäunen führt direkt zu ihm. Ohne wäre es viel zu gefährlich. Es ist beeindruckend wie ein einfacher Leuchtturm so faszinierend sein kann. Von hier kann man die Küste erblicken und ihre Buchten. Die rauen Klippen und den Horizont.  Das unendliche Meer.

Nugget Point Lighthouse Catlins

Je länger ich an diesem Ort verweile und der Natur lausche umso entspannter werde ich. Ich laufe um den Leuchtturm herum und schaue in die Tiefe. Die Plattform besteht nur aus Gitter. Ein unheimliches Gefühl. Es trennt einen nur diese Kleinigkeit vor dem Ende. Ich glaube nicht, dass man diesen Sturz überleben würde. Zu stark die Strömung im Meer, zu scharf und rau die Klippen und zu tief der Sturz.

Gerne wäre ich länger geblieben, denn der Himmel klärt sich endlich auf. Blauer Himmel erstrahlt zwischen dem Grau. Trotzdem zerrt der Wind an meinen Klamotten und die Kälte dringt langsam hindurch.

Ich fuhr im nächsten Ort eine Tankstelle an, denn Tankstellen sind bis nach Invercargill eine Seltenheit. Ihr möchtet mit Sicherheit nicht mitten im Nirgendwo stehenbleiben. Die Dame vor Ort gab mir eine übersichtliche Karte der Catlins mit. Dort sind alle „Sehenswürdigkeiten“ abgebildet plus einer kleinen Erklärung um was es sich handelt und wie viel Zeit ihr ungefähr einplanen solltet.

Im Großen und Ganzen fand ich persönlich die Catlins weniger interessant als erwartet. Es gibt schöne Ecken an denen man Halten kann. Zum einen Curie Bay oder der Purakaunui Wasserfall, an denen ich meinen Halt machte.

Südinsel Catlins Strand

So beeindruckt ich von der schön ausgebauten Straße zum Nugget Point war umso mehr wurde ich von den Schotterstraßen der Catlins enttäuscht. Lange Abschnitte bestehen nur aus Schotter. Es kostet Zeit und Nerven.  Je länger ich auf Ihnen fuhr umso mehr sank meine Laune. Endlich kam wieder eine gute Straße und direkt ein Parkplatz für den Purakaunui Wasserfall.

Sanft landeten einzelne Regentropfen auf meinem Gesicht. Natürlich fing es wieder an zu regnen, wenn ich mich außerhalb des Wagens befand. Ein Glück, dass der Weg zum Wasserfall durch einen Wald führt. Riesige Bäume und Pflanzen schützen vor der Feuchtigkeit. Ein Bach führt auf direktem Weg zum Wasserfall und begleitet einem im stetigem Plätschern.

Wasserfall Catlins Südinsel Neuseeland

Ich hatte den Wasserfall für mich alleine und nutze diese Chance um verschiedene Belichtungszeiten auszuprobieren. Der Wasserfall ist klein aber durch seine Breite und Art wie das Wasser fließt sehr schön anzusehen. Außerdem brauchte ich eine Pause.

Zu gerne hätte ich mir die Cathedral Caves angesehen, aber als ich beim Parkplatz ankam sollte es 5 Dollar kosten. Sehr schade. Es wäre besser sie würden sowohl in meiner Karte als auch in Prospekten vorher anmerken, dass die Caves nicht kostenlos sind.

Curio Bay Südinsel Neuseeland

Mein letzter Punkt der Catlins bevor es nach Invercargill ging, war die Curio Bay. Zu gerne hätte ich vor Ort Pinguine gesehen, aber leider hatte ich kein Glück.

Der Wind zerrte an meiner Kleidung und meinen Haaren, als ich zur Aussichtsplattform lief. Kein Mensch war vor Ort. Ob es daran lag, dass dieser Punkt in einer Sackgasse liegt und man den Weg zurück fahren muss bis zur Hauptstraße oder das Wetter nicht gut genug war, wer weiß?!
Das Wasser war sehr unruhig und der Wind eiskalt. Die Klippen und die Bucht waren beeindruckend. Es wirkte wie eine Plattform aus Klippen. Man konnte einige Treppen hinab steigen um direkt auf den Klippen zu stehen. Allerdings ist dies nicht ganz ungefährlich.

Ich sah mich um und versuchte auf den uneben Gestein Tiere ausfindig zu machen. Wellen krochen immer wieder die Steine hinauf. Meerjungfrauen Haar verfing sich in den Klippen. Wäre es nicht so kalt könnte man hier glatt die Zeit vergessen.

Mit einer Gänsehaut am ganzen Körper flüchtete ich wieder ins Auto und machte mich auf den Weg nach Invercargill. Ich hielt nicht mehr an. Vor Ort aß ich nur schnell eine Kleinigkeit und sah mich im Informationszentrum um. Wirklich einladend wirkte die Stadt nicht auf mich und die meisten Geschäfte hatten aufgrund des Sonntages geschlossen. Ich hätte auf jeden Fall dort tanken sollen um am nächsten Tag nicht unter Anspannung zu fahren.

Sonnenschein nach dem Regen Catlins Südinsel Neuseeland

Zuallerletzt ging es zum Monkey Island Road Reserve. Für mich in dieser Ecke der Südinsel einer der schönsten Campingplätze. Er ist kostenlos und liegt direkt am Strand. Man hat absolute Ruhe. Es gibt nur zwei Dixi-Toiletten, aber sie werden jeden Tag gereinigt. Der Platz war sauber und es gab ausreichend Platz. Ihr solltet allerdings nicht zu spät anreisen, da es kein Lichtquellen gibt und es ein beliebter Platz ist.

Ich war früh genug da, um den Sonnenuntergang am Strand zu genießen und die letzten warmen Strahlen noch zu tanken.

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